Kinderhände auf Tastatur

Die Welt durch die Linse

Fotoprojekte mit Jugendlichen

Jugendliche und die Welt der Bilder

Der Smartphone-Besitz von Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mit dieser Entwicklung ging einher, dass die Ausstattung der Geräte immer besser wurde und die Kosten für die mobile Internetnutzung stark gesunken sind.

Dieser Entwicklung ist unter anderem zu verdanken, dass Jugendliche das Fotografieren für sich entdecken. Selfies mit der besten Freundin, der Weg zur Party, der erste selbst gebackene Kuchen - alltägliches und besonderes wird fotografisch festgehalten, bearbeitet und dann via WhatsApp, Instagram oder Facebook mit anderen geteilt.

Mehr als nur knipsen

Fotografie und Bildbearbeitung knüpfen an den Interessen der Jugendlichen an, sind Instrument des ästhetischen Lernens, fördern ein grundlegendes technisches Verständnis, regen zum kreativen Umgang mit Medien an und verdeutlichen die Manipulationsmöglichkeiten von Bildern. Fotoprojekte lassen sich mit vorgegebenen Themen verknüpfen oder können aktuelle Trends aufgreifen.

Mädchen im Jugendalter auf Treppe mit Kamera in der Hand

Mögliche Fotoprojekte sind:

  • Erzwungene Perspektive: Dank nicht vorhandener räumlicher Tiefe bei Fotos lassen sich unterschiedlich weit entfernte Objekte so kombinieren, dass eine neue Bildaussage entsteht. Ein Miniaturmodell eines Dinosauriers zum Beispiel, das nah zur Kamera steht, kann auf einmal bedrohlich groß für die (weiter entfernt positionierten) Menschen wirken.
  • Bildcollagen: Ein Foto von einer Krake auf dem Dach. Realität oder Phantasie? Weder noch und beides zugleich: Es handelt sich um eine Collage. Effektvolle Effektvolle Fotomontagen sind mit digitaler Bildbearbeitung problemlos möglich.
  • Damals und heute: Historische Bilder von Personen werden an den Orten, an denen sie aufgenommen wurden, mit Jugendlichen im Hier und Jetzt nachgestellt. Das Konzept bietet sich besonders für Sozialrauerkundungen und generationsübergreifende Projekte an.
  • Fotocomics: Anhand einer selbst entwickelten Story zu einem im Vorfeld festgelegten Thema wird ein Fotocomic entwickelt. Hierzu entwerfen die Teilnehmer ein Storyboard, danach werden die einzelnen Szenen fotografiert, am PC zusammengefügt und über Sprechblasen mit den Dialogen versehen.
  • Perspektivechsel: Miniaturfiguren aus dem Modellbau werden in die alltägliche Umgebung integriert. Durch den Größenunterschied lassen sich interessante Effekte erzielen: So wird aus einer Mandarinenschale eine Halfpipe und aus dem Kronkorken ein in einer Pfütze schwimmendes Boot.
  • Web-Fotoshooting: Wie gelingt es, Profilbilder für's Netz aufzunehmen, auf denen man nicht zu erkennen ist und die dennoch ansprechend sind? Mit Hilfe von Alltagsgegenständen, Bildern, Masken u. ä. lassen sich tolle Portraits aufnehmen, die einfallsreicher und individueller sind als alle Selfies, die einem täglich im Netz begegnen.
  • Fotografische Entdeckungsreise: Mit Fotos lässt sich die Umgebung unter einem bestimmten Blickwinkel erkunden, beispielsweise unter dem Motto "Lieblingsplätze und Angstorte".